Tarifverträge im Kfz-Handwerk
Für das Kfz-Handwerk gibt es regionale Tarifverträge. Die IG Metall verhandelt sie mit den Landesinnungsverbänden und Landesverbänden des Kfz-Gewerbes, oft übernehmen weitere Regionen einen Pilotabschluss aus einem Bundesland. Die Tarife gelten in Betrieben, die Mitglied im tarifschließenden Verband sind. Viele Autohäuser und Werkstätten sind nicht tarifgebunden und legen den Lohn im Arbeitsvertrag fest. Frag deshalb, ob der Betrieb nach Tarif zahlt oder sich daran orientiert. Die IG Metall veröffentlicht die Tarifergebnisse für das Kfz-Handwerk, sodass du vorab einschätzen kannst, was in deiner Region üblich ist.
Was deinen Lohn beeinflusst
- Qualifikation: Geselle, Kfz-Servicetechniker, Meister oder Diagnosetechniker
- Hochvolt-Qualifikation: Wer an Elektro- und Hybridfahrzeugen arbeiten darf, übernimmt Aufgaben, die nicht jeder im Team erledigen kann
- Schwerpunkt: Nutzfahrzeuge, Pkw, Karosserie und Lack haben eigene Anforderungen
- Betriebsart: Vertragsautohaus, freie Werkstatt, Werkstattkette oder Flottenservice
- Leistungsprämien: Manche Betriebe zahlen Prämien für verrechnete Stunden, lass dir das Modell genau erklären
Gehälter auf dieser Seite
Typische Gehälter für häufige Stellen:
Tarifbindung, Region, Qualifikation und Prämienmodelle verändern das tatsächliche Einkommen. Verbindlich ist der Arbeitsvertrag.
Der Meistertitel
Das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk ist in der Handwerksordnung als zulassungspflichtiges Handwerk geführt. Wer einen eigenen Betrieb eröffnen will, braucht deshalb in der Regel die Meisterprüfung. Auch als Angestellter übernimmst du mit dem Meistertitel häufig Aufgaben als Werkstattleiter, Serviceleiter oder technischer Ansprechpartner für Garantie und Gewährleistung. Die Anforderungen der Meisterprüfung regelt eine eigene Verordnung für das Kfz-Techniker-Handwerk. Die Vorbereitung dauert je nach Form mehrere Monate in Vollzeit oder länger berufsbegleitend. Frag deinen Arbeitgeber, ob er dich dabei unterstützt, etwa mit Freistellung oder Kostenbeteiligung.
Werkstatt, Service oder Verkauf
Im Autohaus unterscheiden sich die Vergütungsmodelle je nach Bereich. In der Werkstatt ist ein fester Stundenlohn oder ein Monatsgehalt üblich, manchmal mit Prämie. Serviceberater und Verkäufer erhalten häufig ein Fixum plus Provision, die von Umsatz oder verkauften Fahrzeugen abhängt. Das kann gut funktionieren, schwankt aber mit der Nachfrage. Wenn dir ein Provisionsmodell angeboten wird, frag nach, wie hoch der feste Anteil ist und wie sich das Einkommen erfahrener Kollegen über das Jahr verteilt.
Zusatzleistungen im Autohaus
Zum Gesamtpaket gehören oft Mitarbeiterkonditionen beim Fahrzeugkauf oder Leasing, Werkzeugzuschüsse, Arbeitskleidung und bezahlte Herstellerschulungen. Frag auch nach der Regelung für Samstagsarbeit und nach dem Umgang mit Überstunden in der Hauptsaison, etwa beim Reifenwechsel im Frühjahr und Herbst.